Eine Hommage an HotPots

Was ein HotPot ist und warum er aus dem Küchenalltag der Tansanis hier nicht wegzudenken ist, erkläre ich euch unten. 😉

Jetzt erstmal zum Essen hier (sehr wichtiges Thema! 😀 ). Viele haben mich schon gefragt was es bei mir so jeden Tag gibt und auch ich hatte bevor ich hergekommen bin wenig Vorstellungen vom Essen hier. Ugali? Pilau? Mandazi? Hat mit wenig gesagt. Da ich nun aber schon über 100 Tage (Die Zeit rast!) hier bin, denke ich, dass ich mittlerweile ganz gut sagen kann, was in Tansania so auf den Tisch (beziehungsweise Boden / Hocker) kommt.

In den Tag starte ich mit Chai (was einfach das Swahili Wort für Tee ist). Hier wird – Überraschung – Tee getrunken. Meist ist es Teepulver, welches mit Gewürzen im Topf aufgekocht wird. Die Gewürze sind optional.. hierzu gehören unter anderem Kardamom, Pfeffer, Ingwer oder Zimt. Persönlich trinke ich lieber den Tee ohne Gewürze aber das ist Geschmackssache. Unverzichtbar für die Tanzanis ist der braune Zucker und davon reichlich. Da wird gerne mal in eine Tasse zwei bis drei gehäufte Esslöffel vom guten Zeug reingerührt. Jedes mal, wenn ich meinen Tee ohne Zucker trinke, werde ich von allen ausgelacht und gefragt wie ich das nur machen kann?! 😀 Zum Tee gibt es meist Mandazis oder Bajia, wer es mag tunkt sie einfach in den Tee. Mandazis sind kleine Hefeteigteilchen, die frittiert werden. Sie sind leicht süßlich und manchmal ist gemörserter Kardamom mit drin, ich mag sie sehr gern. Bajias sind ebenfalls frittierte Teigbällchen, sie sind herzhaft und aus ganz bestimmten Mehl hergestellt. Im Teig findet man meistens kleingeschnittene Zwiebeln, grüne Paprika, kleine Chilis oder so grünes Kraut. Frisch schmecken sie wunderbar, doch leider sind sie am nächsten morgen immer ein bisschen trocken. Das ist so mein alltägliches Frühstück. Manchmal gibt es aber auch ein Omlette (frittiertes Ei 😀 ), Kochbananen, einfach kleine Buns (Weißbrot) oder noch Essen von Abends. Reis mit Bohnen zum Frühstück war dann echt gewöhnungsbedürftig.

So, und kurz bevor hier gleich das erste Foto seinen Platz findet, möchte ich nochmal erwähnen, dass das hier jetzt keine Instagram-Food-Bilder sind 😀 Also nichts mit schon angerichtet und noch mit drei Sesamkörnern bestreut oder so. Eher ein „Ich-hab-hunger-aber-knips-noch-schell-ein-Foto“-Bilder. Schmeckt meistens besser als es aussieht 😉 😀

Mandazi. Gibt es in Kugeln, Knoten, Vierecken…

Bajias

Mein Mittag- und Abendessen fasse ich hier mal zusammen, denn es gibt immer zwei mal warm. Ich beginne mal mit Ugali – DAS Essen in Tansania. In jedem Reiseführer steht es und jeder, der einmal hier war wird den festen Maisbrei (wohl oder übel) kennen lernen. Was man dafür braucht ist simpel. Maismehl (jeder Ort hat eine Mahlmaschine) und Wasser… das wars. Beides wird solange gekocht und gerührt bis eine feste Konsistenz erreicht wird, die man mit der Hand zu kleinen Bällchen formt und so mit einer Beilage isst. Ugali selbst schmeckt nämlich nach gar nichts. Um mal unsere typischen Beilagen vorzustellen: angebratenes grünes Blattgemüse, Tomatensauce, getrocknete Fische in Saucen, Kohl, Bamia, Bohnen, Tomaten/Gurkensalat, Avocado, frischer frittierter Fisch, gekochtes Hühnchen oder Fleisch (beides komplett mit Knochen). Im Durchschnitt würde ich sagen gibt es bei mir zuhause einmal am Tag Ugali und einmal was anderes, wie Reis, Pilau (gewürzter Reis), Pommes oder Nudeln. Kleine Info zu den Nudeln, die sind nämlich süß. Ich war erschrocken und frag mich auch jetzt noch, was der Reiz hieran ist.. aber gut, ist immer mal wieder eine willkommene Abwechslung. Außerdem gibt es oft Makande, ein „Eintopf“ aus getrocknetem Mais und Bohnen, welcher gewürzt ist. Weitere „Eintöpfe“ gibt es aus Kartoffeln, Yams (eine Wurzel die so ähnlich wie eine Kartoffel schmeckt) oder meistens aus Kochbananen. Zu guter Letzt noch Chapati, das Beste! Chapatis sind Pfannkuchen/Blätterteig-ähnliche Fladen die man auch mit den oben genannten Beilagen isst. Man ignoriert einfach mal für ne halbe Stunde die 4 Esslöffel Öl die da pro Chapati drin sind und sie schmecken wunderbar (und am Besten sind die von zuhause!).

Das wars jetzt auch mit den Hauptspeisen, ich erinnere mich nicht daran, je Zuhause was anderes gegessen zu haben, werde aber falls es sie geben sollte, von Neuentdeckungen berichten. Ein Stückchen Papaya, Wassermelone, Mango, Banane oder Orange findet meist auch den Weg auf meinen Teller und ich freu mich immer was Frisches neben den sonst meist verkochten Sachen zu haben. Zum Essen gibt es übrigens auch immer Chai (Abends manchmal mit frischer Milch) und ganz ganz selten mal Saft aus Passion und Avocado.

Chapati (Hier mal in Tanga zum Frühstück)
Makande

Ein Ugali Festmahl… Normal sind 1-2 Beilagen

Allgemein kann ich sagen, dass mir das Essen hier (meist) gut schmeckt (ein bisschen viel Öl.. aber damit muss ich jetzt ein Jahr leben 😀 ). Meine Familie versucht sich zu bemühen, dass es immer mal wieder Abwechslung gibt und ich nicht immer das Selbe esse, was sich bei den nicht ganz so zahlreichen Gerichten manchmal nicht soo leicht gestaltet. Wenn es dann mittags schon Makande gab und Abends wieder ist das halt echt nicht so toll… aber gut das geht auch. Mehr Probleme habe ich immernoch mit dem so späten Abendessen. Ab sechs Uhr wird in der Küche zusammen gekocht (eine Zeit, die ich auch gerne mit dabei sitze und rede oder einfach mithelfe) aber Essen gibt es meist erst so zwischen halb 9 und 9 Uhr. Die Zeit vorher wird manchmal überbrückt mit rohem Mais, der vor dem Feuer gebraten wird oder ich nasche ein frisches Bajia. 🙂

Vielleicht denkt man sich bei dem ein oder anderen Foto: Was sind das eigentlich für komische Töpfe in denen meistens das Essen serviert wird? Hier seht ihr die besagten HotPots! Ohne die geht (fast) gar nichts 😀 In den Töpfen, die hier wirklich jeder in etlichen großen hat, wird erstmal alles Essen getan, wenn es fertig ist. Da hier oft durcheinander gekocht wird (oder ich hab das System einfach noch nicht raus), kann so verhindert werden, dass die Sauce zum Reis eiskalt wird wenn sie noch eine Stunde rumsteht oder der Ugali kann unbedenklich auch mittags schon für abends mitgekocht werden. Also ein Dank an die HotPots, dass ich immer warmes Essen bekomme und alle weiter auf Polepole (ruhig) machen können (was sie sowieso machen 😀 ) ohne, dass alles dabei kalt wird.

Ich hoffe ich konnte jetzt einen kleinen Einblick geben und ihr könnt euch besser Vorstellen, was es hier so an kulinarischen Köstlichkeiten gibt. Bei mir gibts jetzt hoffentlich auch bald was, mein Magen knurrt nämlich schon. 😀

Also, macht’s gut und ich wünsche allen eine wundervolle Vorweihnachtszeit! Für mich geht’s im Dezember an den Viktoria See und dann bin ich mal gespannt wie Weihnachten hier so wird. (Doppelt gespannt, weil ich noch nicht einmal weiß, wo ich es feiern werden. Spontanität lebt.) Weihnachtsgefühle kamen jedenfalls noch gar keine hoch so im kurzen Rock und Tshirt draußen :DD

Ganz aktuell noch etwas erfreuliches: mein Workpermit ist endlich fertig! Da jetzt erstmal Ferien sins geht es im Januar dann wider richtig los, dann ist das Resindet Permit wohl auch fertig. Ich freu mich 🙂