Der Countdown läuft

Heute noch genau 17 Tage, dann mach ich mich auf den Weg nach Tansania. Kaum zu glauben wie schnell die Zeit umging… Die letzten Wochen waren echt nochmal aufregend, zehn Tage Vorbereitungsseminar und direkt anschließend eine Woche Kinderfreizeit betreuen liegen jetzt hinter mir. Nun heißt es noch letzte Vorbereitungen treffen, Sachen klären, allen Tschüss sagen und dann bin ich auch schon abflugbereit.

Bevor weltwärts-Freiwillige in den Dienst starten, ist das Vorbereitungsseminar ein Muss. Mit Kolping waren wir, wie beim Auswahlseminar, im Haus Venusberg eine echt schöne und toll gelegene Tagungsstätte in Bonn. Das Programm war wirklich umfangreich… wir hatten Einheiten über Kultur von sich und der vom jeweiligen Entsendeland, globale Themen die Projekt übergreifend waren, interkulturelles Lernen, Rassismus und Diskriminierung, Krisenmanagement, Weltbilder, faires Schreiben, Organisatorisches, kritische Sichten und viele mehr. Das klingt jetzt hier vielleicht relativ trocken aber das war es ganz und gar nicht! Die Einheiten waren meistens kreativ gestaltet und selten saßen wir nur da und haben einem Vortrag zugehört. Echt toll war es, dass Mentoren aus den Projektländern mit dabei waren, die parallel und teils überschneidend mit uns an einem Mentorenworkshop teilgenommen haben. Da Kolping nach Südamerika, Afrika und Asien entsendet waren es etwa neun Mentoren aus vielen verschiedenen Ländern. Aus Tansania war Richard mit dabei, zwar nicht Mentor in meinem Projekt aber das war jetzt nicht so tragisch. Von ihm konnten wir echt viel lernen. Jeden zweiten Abend hatten wir einen Swahili Sprachkurs, er konnte uns viel über das Land und die Leute erzählen und da er von dem Großteil der Projekte in Tansania auch einen Plan hat, war er auch unser Ansprechpartner für sonstige Fragen. „Ninapenda matunda!“ (das ist Swahili und heißt: Ich liebe Früchte!) Einen Nachmittag stand eine Challenge in Bonn an… in kleinen Gruppen, aufgeteilt nach Entsendungsländern, fuhren wir mit den Mentoren zusammen nach Bonn und sollten einen Mini-Freiwilligendienst machen. Nach vielem rumgelaufe und „Sorry, aber grade brauchen wir Ihre Hilfe nicht.“ sind wir bei der Gefährdetenhilfe Bonn gelandet und ein super Team hat sich über unser Angebot gefreut, sodass wir dort die Kleiderkammer (hier wird gespendete Kleidung an Bedürftige ausgegeben) aufgeräumt haben und einen tollen Nachmittag in Bonn hatten. Zwischen den Einheiten hatten wir immer genug Freizeit um die Mitfreiwilligen, Mentoren oder die Ehemaligen, die auch immer mal wieder da waren, besser kennen zu lernen und natürlich Kaffee zu trinken. Der Kaffeekonsum dort ist beim Großteil echt angestiegen 😀 Warum? Das Haus hat sich echt gefühlt rund um die Uhr um unser Wohlsein gekümmert… Morgens Frühstück mit Kaffee, nach der ersten Einheit Kaffeepause (immer mit Obst und was Süßem), nach der ersten Nachmittagseinheit Kaffeepause und auch so… es stand wirklich gefühlt IMMER Kaffee auf dem Tisch. Alles in Allem war das Seminar ne echt coole, wenn auch sehr intensive Zeit mit tollen Leuten! Ein bisschen Komisch war es dennoch am Ende allen für ein Jahr Tschüss zu sagen. Aber der Termin für das Zwischenseminar mit allen Ostafrikaleuten und das Nachbereitungsseminar steht ja schon… ich bin gespannt auf die ganzen Erfahrungen, die die Anderen sammeln werden und auf die Erlebnisse, von denen sie erzählen werden.

Während des Seminars haben sich Theresia und ich auch endlich mal entschieden, wer wohin geht… für mich geht es in die Höhe. Auf etwa 1500/2000 Meter Höhe liegt Mbelei (Google Maps kennt den Ort leider nicht, sonst hätte ich es mal hier gezeigt 😀 ) bei Lushoto, dort werde ich meine Gastfamilie haben und voraussichtlich in der Schule und im Jugenzentrum als Freiwillige sein. So wie es aussieht ist meine Gastfamilie auch schon so gut wie sicher. Meine Gastschwester arbeitet in der Bibliothek, in der Lynn (meine Vorfreiwillige) auch war, und ihr Mutter ist dann auch meine Gastmutter. Die Gastschwester hat einen 4 jährigen Sohn aber es wohnen wohl noch mehr Kinder dort, bei denen Lynn, weil sie die Familie nicht soo gut kennt, jetzt nicht genau weiß wem sie sind. Ich bin jedenfalls echt gespannt auf meine Gastfamilie und freue mich sie kennenzulernen!

Jetzt heißt es für mich noch letzte Erledigungen machen und dann geht es auch schon los. Ist schwer zu beschreiben wie man sich fühlt… von Allem etwas würde ich mal sagen!