Regenzeit

Es folgt ein Mimimi-Post. Sorry.

Um mal mit einem Facebook-Post der lieben Madame Amina (Lehrerin an der Secondary) zu starten: „We live in a very wonderful world! One part hot and wet, another hot and dry, another cold and dry but here always cold and wet troughout the year!“ (auf Deutsch: „Wir leben in einer wundervollen Welt! Ein Teil heiß und nass, ein anderer heiß und trocken, ein anderer kalt und trocken aber hier ist es immer kalt und nass im ganzen Jahr!“) Ich denke besser kann ich meine derzeitige Situation hier nicht beschreiben. Dem Post beigefügt ist ein Bild ihrer selbst… lachend. Mir ist leider nicht so zumute. 😀

Seit Anfang April regnet es nun schon… das alles war anfänglich eher sporadisch so hin und wieder und durchaus erträglich. Auch meine Familie zu Besuch im März hatte damals das kurze Vergnügen den Regen im wahrsten Sinne des Wortes hautnah mitzuerleben. 😀 Kurz lustig aber auch schon da war ich genervt… Regen ist nass, kalt und alles wird dreckig. Bah. Also es ist nicht so, dass ich Regen gar nicht mag. Im Bett mit einer dicken Decke, einem Kaffee und ’nem Raum mit Fensterscheiben (!) lässt er sich schon mal einen Tag aushalten 😀 Da sich hiervon lediglich Punkt Nummer 1 erfüllen lässt, kann man sich vorstellen wie meine Stimmung diesbezüglich ist. Ich versuche mich immer wieder zu besinnen, dass es ja eigentlich etwas Tolles ist und freue mich auch wirklich für die Bauern, die so lange darauf gewartet haben und schnell mit dem Samen setzen anfingen, da die letzte Regenzeit zu wünschen übrig ließ. Mittlerweile ist es (wenn die Sicht nicht grade von einer vorbei schwebenden Wolke oder Nebel verdeckt wird) noch grüner als es eh schon war und echt schön! Auch ist hiermit allen geholfen, die sonst das Wasser auf dem Kopf von der etwa 5 Minuten entfernten allgemeinen Wasserstelle zu unserem Haus tragen mussten, denn bei Regen die Tonnen unter das Dachrinnenrohr der Nachbarn zu stellen reicht mittlerweile doppelt und dreifach für alles aus. Zwei der paar positiven Folgen, über die wir alle am Anfang wirklich froh waren!

Am Anfang. Nun sieht es schon wieder anders aus. Seit etwa zwei Wochen prasselt es nahezu durchgängig 24/7 auf uns herab. Tag und Nacht wechseln sich Starkregen á la „Ich verstehe mein eigenes Wort nicht mehr“, Regen-Regen, Nieselregen und Micro-Regenpausen miteinander ab. Das alles hat Folgen… die Pflanzen auf den Feldern sind laut meiner Gastmutter langsam zu durchnässt, die Straßen sind komplett ausgewaschen oder so vermatscht, dass es einem kaum möglich ist zu laufen, der Regen bringt die Kälte mit, die Wäsche trocknet nicht mehr, das Dach unserer Küche lässt zu wünschen übrig, die Kinder können nicht zur BabyClass kommen, ich komme nicht in die Schule, der Strom fällt ständig aus und allgemein sind alle ziemlich unmobil und (oh Wunder) nass. Ständig. Und wenn ich im Bett liege und plötzlich Regentropfen durch das Fenster auf mich prasseln, weil der Wind so stark war, dann ist es endgültig zu viel des Guten!

Ich weiß, es geht vorbei und die Menschen hier haben das jedes Jahr so und dafür haben sie auch großen Respekt meinerseits (ein großer Teil der Menschen lebt hier auch in Lehmhäusern, was wahrscheinlich eine weitere Hürde darstellt) und trotzdem musste ich grade hier mal einen kleinen „Mimimi-post“ machen.. Egal wo man hinkommt (wenn man denn hinkommt 😀 ) wird sich aber bei einem für den Regen entschuldigt. „Pole na mvua“, was soviel heißt wie „Es tut mir leid für den Regen“ hört man hier zur Zeit immer. Danke… lieb gemeint aber ändern tut es leider grade gar nichts.

Und was ist die Lösung für das alles? Abwarten und Tee trinken. Also wirklich! Ich wie immer ohne Zucker, der Rest mit. (Nahezu wagemutig haben das alle aus meiner Familie hier auch mal probiert und als ungenießbar abgestempelt… ich glaube die Liebe zum Zucker bekommt man hier schon mit der Muttermilch 😀 )

Der nächste Blogpost wird dann hoffentlich wieder Regenfrei und glücklicher. 🌞☔

Die „Aussicht“

Mein Schulweg letzte Woche

2 Replies to “Regenzeit”

  1. Och, mein armes Mariechen, da muß Dir der liebe Opa doch gleich mal ein paar tröstende Worte schicken – das ist es doch, was Du jetzt brauchst, oder? 😉
    Das sieht ja wirklich grauslig aus, ein wenig wie der Rote Hang in Nierstein nach extremem Starkregen.
    Wir bewundern hier alle, wie Du Dich in den letzten Monaten mit vielen Dingen arrangiert hast, die völlig anders sind, als das im Vergleich sehr bequeme Leben hier zuhause. Wirklich toll – und wahrscheinlich wird Deiner Stimmung künftig eine Regenperiode in Deutschland nicht mehr viel anhaben können.
    Weiter so und herzliche Grüße, wir freuen uns auf das baldige Wiedersehen!

    • Hallo! Vielen lieben dank 😙
      Ja, die Beschaffenheit der Erde ist wirklich dem Roten Hang sehr ähnlich… Also ein bisschen Heimatsgefühle 🙌 Die gute Nachricht: Heute hat es bis jetzt nur genieselt, da geht es einem doch gleich wieder besser🙌☔
      Fühlt euch mal ganz lieb gedrückt, ich freu mich auch schon sehr euch wieder zusehen 🙂