Halbzeit

​Mein Zimmer aufschließen und zu Hause ankommen, tief durchatmen und sich erst einmal aufs Bett schmeißen. Das Gefühl ist auch tausende Kilometer von Deutschland entfernt das Selbe. (Notiz an mich: Vielleicht nicht mit voller Wucht aufs Bett schmeißen, wer weiß was das alles so aushält. Es soll schon vorgekommen sein, dass Nachts mitten im Tiefschlaf sich einfach mal die eine Ecke des Gestells inklusive Lattenrost verabschiedet und die Matratze mit völlig erschreckter und verwirrter Marie auf dem Boden landete 😀 )

Vor einem halben Jahr war das für mich noch schwer zu glauben, wie es sich anfühlen wird, wenn man sagt „Ich gehe dann mal heim.“ eben nicht nach Nierstein sondern nach Kwekiba zu gehen. Dort hoffen, dass das Schloss an der Haustür nicht klemmt (beziehungsweise nicht mit dem falsche Schloss, zu dem ich keinen Schlüssel habe, zu geschlossen ist) und hinter dem Vorhang meine Zimmertür zu finden.

Ja, richtig gelesen: ein ganzes halbes Jahr ist nun vorüber. (Ob „ein ganzes halbes Jahr“ sich jetzt komisch anhört und grammatikalisch wahrscheinlich auch falsch ist, soll mir grade mal egal sein. Anders kann ich es nicht in Worte fassen: Hallo?! 6 Monate… 6 mal den Jakobsweg laufen… 26 Wochen… die 13. Stufe noch einmal machen…) Vor einem halben Jahr war ich im Pack- und „Tschüss sagen“-Stress, konnte es kaum glauben, dass dass es jetzt tatsächlich losgeht und hatte ein ziemlich unklares Bild von Tanzania und allem was mich erwarten würde. Heute kann ich wirklich sagen, dass ich mich hier sehr wohl fühle und angekommen bin! Einen großen Teil hierfür verdanke ich sicher meiner Gastfamilie, die mich mit offenen Armen empfangen hat, mir Tansania näher gebracht hat und mir hilft, es zu verstehen… sprachlich wie auch kulturell. Außerdem natürlich auch allen anderen Menschen mit denen ich zu tun habe und Zeit verbringe. Ob jetzt im Projekt mit den Kindern, in der Schule mit den Lehrern oder andere Freiwillige mit denen ich hier so lebe. Ich haben in diesen sechs Monaten schon viel erlebt, gesehen und ganz viel gelernt. Vieles ist sicher nicht so gelaufen, wie es hätte sein sollen aber auf der anderen Seite wen interessiert schon wie es „hätte sein sollen“… Es kam viel drauf an, was man daraus gemacht hat und auch wenn es manchmal einfach genervt hat sich mit sämtlichen Behörden auseinanderzusetzen und wochenlang auf irgendwelche Papiere zu warten. So hatte ich zum Beispiel die Möglichkeit, andere Projekte zu besuchen oder meine Umgebung besser kennen zu lernen. 🙂

Ich muss oft darüber nachdenken, was für ein krasses Privileg das alles hier für mich ist und ich bin sehr dankbar dafür, dass es diese Möglichkeit gibt und vor allem froh, dass ich sie damals genutzt habe. Nun Sitze ich hier auch dank der Mithilfe und Unterstützung von ganz vielen Menschen daheim und darf euch alles von meiner Zeit hier berichten.

Die Zahlen, wann es für mich zurück geht, fangen doch tatsächlich schon an kleiner zu werden und gerade weil ich weiß, was hier noch so auf mich wartet, kommt mir das alles gar nicht mehr so lange vor, bis es für mich wieder nach Deutschland geht. 😮

Also auf in die zweite Hälfte… ich freue mich drauf weitere Ecken Tanzanias zu erkunden, Erfahrungen zu sammeln und eine Verbindung zu einem so aufgeweckten, bunten und diversen zu knüpfen und natürlich immer mal wieder hier ein bisschen was von mir hören zu lassen!
Hier sind noch ein paar Fotos von letzter Zeit.. Alles gemischt und ohne Reihenfolge 😉

Im Jugebdzentrum haben wir Schiffchen gebastelt
Meine Familie hat Nachwuchs 🙌 Das ist Whitney die Tochter von Sarah

Ein Ausflug nach Pangani…
Streetfood in Tanga. Super schön, wenn abends alle ihre Grills oder Öllampen auspacken und es für wenig Geld leckere Sachen gibt

Im Unterricht
Ich habe für meine Familie Fussili mit Tomatensauce gekocht. Sie waren erst ein wenig skeptisch weil ich die Nudeln nicht wie üblich mit Zucker angebraten habe sondern im Wasser Salz war. Ich fand es ganz wunderbar und ihnen hat es glaube ich auch geschmeckt 😁🍝
Zu ihrem Geburtstag waren wir mit Theodora, Theresias Gastschwester, schwimmen.
Seit Anfang des Jahres geht Abduli jetzt schon in die „Schule“ und diese goldische Schuluniform kann ich euch nicht vorenthalten 🙂
Statt Mais kann man auch Cassava (Maniok) nehmen um Mehl für Ugali herzustellen. Das wird dann in einem Riesenmörser zubereitet. Ich durfte auch mal ran aber wurde direkt wieder abgelöst… Hauptsächlicht weil sich hier alle immer drum bemühen, dass ich ja nicht zu lange in der Sonne stehe und weil mein Rock ja dreckig werden könnte 😀
TAYODEA (das jerzt übrigens NAF New Age Foundation heißt) Jahresmeeting

The witch doctor is coming

​Es ist Samstag und den ganzen Mittag hörte ich schon in der Entfernung Trommeln, Gesang und Menschen die schreien, pfeifen oder den üblichen „Jubelsound“ machen… Viel dabei gedacht hab ich mir nicht, da es ja normal ist, hier laut zu feiern. Mein Gastbruder hat ein bisschen zu den Trommelklängen getanzt und Karini (meine kleine Nachbarin) hat beim Malen die Schreie nachgemacht. Also alles beim Alten. Irgendwann kam jedoch meine Gastmutter zu mir und erwähnte dann im Gespräch, dass der Witchdoktor heute unterwegs ist und daher die ganzen Geräusche kommen. Von den Witchdoktoren (Hexen-Doktor) habe ich schon ein bisschen was durch den Gastbruder einer Mitfreiwilligen gehört und sehe sie auch fast täglich bei meinem Lieblingssender (aufmerksame Leser wissen, dass es sich hierbei um den berühmt berüchtigten meinerseits sehr unbeliebten „ZinemaZetu 100% Bongomovies“-Sender handelt) ihre Zeremonien durchführen. Persönlich hatte ich bis heute aber noch keinen Kontakt mit einem. Was ich bis jetzt mitbekommen habe, scheint mir, als ob viele Leute hier sie sehr respektieren und ihnen viel Glauben schenken in dem, was sie praktizieren und auch gerne von ihnen erzählen. In meinem Reiseführer steht, dass obwohl die Kirchen intensiv zu missionieren versuchten, viele dennoch an Geister, Dämonen oder ähnliches glauben und sie als allmächtig ansehen. Durch den Glauben an Geister oder Hexen wird es ihnen ermöglicht, Schicksalsschläge wie eine Krankheit oder schlechte Ernte zu erklären. Hexenvertreiber und traditionelle Heiler genießen also ein sehr hohes Ansehen in der Dorfgemeinschaft, wobei bei ihnen oft auch die Grenze zu Kräuterheilern (wie es sie ähnlich auch in Deutschland gibt) fließend ist. Aber zurück zu dem Gespräch mit meiner Mutter… Ein bisschen Nachhaken später stellte sich heraus, dass er durch die Häuser hier in der Umgebung zieht und die bösen Dinge aus ihnen entfernt. Oft wiederholte sie, dass es ein Wunder sei und er gute Sachen macht. Wenn ich sie richtig verstanden habe, dann bezahlt der Bürgermeister den Hexendoktor, da es ja auch in seinem Interesse ist, dass der Ort ohne Böses ist. Der Gesang war noch weit entfernt, und sie meinte, er würde auch hier vorbei kommen aber ich wäre ja nicht allein, wenn er kommt. Schon ein bisschen neugierig, malte ich mit Karin drinnen weiter und dachte nicht groß weiter darüber nach. Als dann die Gesänge lauter wurden und ich unten an der Straße die ersten Menschen habe langlaufen sehen, hoffte ich dann doch irgendwie, sie würden vorbei laufen, da Karin herausgerannt war und ich allein zuhause war. Ein bisschen unwohl habe ich mich wirklich gefühlt, als ich dann die Menschenmasse sah, die sich gerade unsere Einfahrt hoch bewegte… bestimmt 100-200 Menschen, ich weiß nicht, bis wie weit sie nach unten standen. Die ersten standen dann auf der „Terrasse“ vor unserem Haus und ein paar Männer mit roten Umhängen (ich denke mal, es waren die Helfer des Doktors) kamen ans Haus. In dem Moment habe ich endlich unter den zig unbekannten Gesichtern meine Gastmutter gesehen und bin schnell noch rausgeflitzt, als gerade einer der Helfer mit Wasser aus einem Eimer, in dem Kräuter waren, so etwas wie eine Linie vor unseren Eingang zog. Alles war jetzt voller Menschen, die hin- und herdrängelten, um den besten Platz zum Sehen zu haben, und in der Mitte der Einfahrt tanzte der Witchdoktor mit ein paar Helfern zu den Trommeln. Ständig waren alle in Bewegung, da er vom Nachbarhaus einmal durch den Vorgarten gerannt ist und dann wieder mal kurz weg war, um sich mit einem Huhn auf dem Kopf vor das Nachbarshaus zu stellen und laut zu reden. Verstanden habe ich leider nichts. Nach seiner Rede war dann unser Haus an der Reihe. Auf seinem Weg hat er auch mich gesehen und irgendwas Unverständliches zu mir gesagt. Auch wenn es seltsam war, habe ich mich gut umsorgt bei den Bibis (Omas) und Mamas um mich herum gefühlt. Viel gesehen was er dann drinnen macht, hat keiner von uns, da lediglich meine Gastmutter mit ihm im Haus war. Nach einem kurzen Besuch in unserer Küche sind sie erneut für eine Weile rein gegangen und alle warteten. Heraus kam meine Mutter, die ein bisschen aufgelöst aussah und er. In der Hand hielt er etwas, was ich dann später als Küken, einen Schuh  und ein Tuch in Mehl und Wasser getränkt identifizieren konnte. Auf dem Grab von meinem Gastvater stand er nun also und tat so, als würde er etwas von den Sachen in seiner Hand hören bis er schließlich – wie bei den Nachbarn – laut etwas verkündete. Viel mehr als dass er dauernd „Schuh“ sagte, habe ich nicht verstanden. Kurz bevor er weitergegangen ist, hat er mit einem Wedel aus Haaren wild vor unseren Gesichtern rumgewedelt. Damit war die Zeremonie wohl beendet und er zog mit allen Menschen im Schlepptau weiter. So stand ich also dort, vor unserem Haus, und hatte so gut wie keinen Plan, was genau da grade passiert war. Meinte Mutter ist mit ein paar Frauen ins Haus gegangen und hat ihnen irgendetwas gezeigt, diese kamen nämlich nochmal und haben ihr (wie es für mich klang) tröstende Worte zugesprochen. Als dann endlich alle weitergezogen sind, hat es mich dann doch interessiert, was passiert ist, und was der Witchdoktor gemacht hat. Meine Mutter erklärte mir daraufhin, dass sie noch eine Tochter hat, die seit 2005 verschollen ist. Durch den Schuh soll sie scheinbar von dort, wo sie grade ist weg, um wieder heimzukommen. Vor ihrem Bett hat sie mir auch gezeigt, wo er das besagte „Ding“ gemacht hat, dort sieht man noch Mehl, das Kraut und Wasser. Das kleine Küken war von uns und musste aber scheinbar getötet werden, da Hühnerblut gebraucht wurde. Was es genau mit dem Kinderschuh, dem Mehl und der ganzen Sache an sich auf sich hat, wird sich mir wahrscheinlich nie richtig erschließen. Von der vermissten Tochter wusste ich bis heute jedoch noch nichts 🙁 Abschließend kann ich über diese Begegnung sagen, dass sie meiner Meinung nach, wie oben geschrieben, größtenteils Hoffnung machen soll. Ich weiß nicht, inwieweit der Hexendoktor selbst an das glaubt, was er da praktiziert und auch nicht, inwieweit es die Menschen hier im Ort tun, dennoch fand ich es sehr spannend, bei so etwas mal dabei gewesen zu sein.
Da ich mein Handy grade in der Hand hatte, hab ich mal versucht unauffällig ein Bild zu erhaschen:

Reisemonat (& Weihnachten)

Die großen Ferien in den Schulen und somit unser Reisemonat standen an.

Anfang Dezember haben Theresia und ich uns also entschieden den langen Weg in den Nordwesten Tansanias auf uns zu nehmen, um Aline und Till zu besuchen. Bukoba, so heißt die Stadt wo die zwei wohnen, liegt westlich am Viktoria See und man braucht mit dem Bus (wenn man Zwischenstopps, Verspätungen und Pannen mal ignoriert) am Stück geschätzt 23 Stunden hin. Da wir jedoch relativ wenig Lust hatten, das Alles auf einmal auf uns zu nehmen, machten wir unseren ersten Stop schon in Moshi.

Dort kamen wir zwei Nächte bei Paul unter und zusammen besuchten wir die Maji Moto (Swahili für „heißes Wasser“), eine Wasseroase die durch unterirdische warme Quellen mitten im Massai-Farmland mehrere Bäche sowie einen natürlichen Pool speisen. Das Maji war zwar nicht moto, sprich es war eher kalt, aber wir verbrachten den Tag an einer wirklich wunscherschönen Kulisse unter riesigen Maulbeerfeigen und mit einem Schwungseil mitten in das glasklare Wasser. Wer übrigens die abenteuerreichsten Bodabodafahrten sucht, dem kann ich die Fahrt von Uchira nach Kirua Vunjo (wo Paul wohnt) empfehlen 😀 Die Fahrer haben wirklich Spaß den Berg runterzurasen (gerne auch mal mit etwa 60km/h den Schotterweg runter), berghoch im Dunkeln sich ein Rennen mit den anderen Fahrern zu liefern (mindestens genauso schnell) oder auch mal ein Mishkaki (das heißt übersetzt „Fleischspieß“ und so nennt man es, wenn zwei Leute auf dem Bodaboda hinten drauf sitzen.. was eigentlich nicht so richtig erlaubt ist, aber vor allem in ländlichen Gegenden immer gemacht wird) mit drei Leuten plus Fahrer erlauben (nichts für Leute mit Platzangst).

Nach einem Zwischenstopp in Singida stand Freitags endlich die letzte Busfahrt vor Bukoba an.

Kurzgefasst: zwei Stunden Verspätung, ein grauenhafter Bus, der Tank ging mitten im Nirgendwo leer und wir mussten etwa eine Stunde warten bis das losgeschickte Bodaboda Sprit geholt hat und zu guter Letzt ist ein Reifen geplatzt… und als ob das noch nicht genug war hatte das Bajaji, das Aline und mich nach Hause bringen sollte, auch noch eine Panne und wir standen bestimmt nochmal 20 Minuten 😀 Wir waren alle doch sehr froh Nachts um 4 endlich ins Bett zu fallen! (Wieder einmal waren es die HotPots, die mir das Essen auch bis zu so später Stunde warmgehalten haben 🙂 )

Am nächsten Tag stand so etwas wie eine Jahresabschlussfeier für das Schulkollegium der Kolpingschule, in der Aline und Till arbeiten, an und wir fuhren alle zusammen mit einen Schulbus an einen Strand in der Nähe. Hier fällt mal wieder der Unterschied zwischen einer privaten (und dazu auch noch von Kolping unterstützten) und einer staatlichen Schule, an der etwas in dieser Art nicht möglich wäre, auf. Den Tag verbrachten wir an einem abgelegten Strand und es wurde erzählt, gespielt und am Ende gab es noch Essen und Trinken für alle. Für einige vielleicht auch etwas zu viel Trinken, denn die Rückfahrt glich mehr einer Zugfahrt mit betrunkenen Fans nach einem Fußballspiel und der Fahrer ist eher Autoscooter als Bus gefahren, alle waren froh als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten 😀 Für den nächsten Tag haben wir uns mit Bekannten von den Beiden verabredet, die jeden Sonntag morgen eine Mountainbiketour machen und uns jenen Sonntag mitnehmen wollten. Die obligatorische Wartestunde später machten wir uns auf den Weg an der hügeligen Küste entlang. Nach fünf Minuten fing es dann an zu Schütten und durchnässt zeigten uns die Mountainbiker wo es lang gehen sollte: „Da runter!“. Das besagte „Da runter“ war nicht mal ansatzweise ein Weg sondern einfach nur Abhang, aber wir haben es auch dort mit Ach und Krach runtergeschafft. Glücklich kamen wir unten an und machten erstmal Rast mit unserem Lieblingssnack Samosas (kleinedreieckige gefüllte Teigtaschen) danach ging es auch wieder am See entlang zurück in die Stadt. Einen Tag der Woche haben wir uns mit einer Lehrerin der Kolpinschule zum Kochen getroffen und zum Abschluss machten wir noch eine kleine Tour mit einem Guide zu einer Farmer, zu alten Wandmalereien und nach einem Picknick zu den Wasserfällen.

Da ich versprochen hatte, zu schreiben wenn ich mal was ganz Neues esse… Senene, Embe mit Pilipili und Kiti Moto.

Senene vorher…
…und nachher. Frittiert und lecker gewürzt.
Mango (Embe) mit Pilipili (Salz & Chili). Hört sich erstmal komisch an, ist aber wirklich lecker und mal anderes

Kiti Moto (heißt zwar heißer Stuhl hat aber nichts damit zu tun). Ist frittiertes, gewürztes Schweinefleisch. Irgendwie habe ich grade ein Deja Vu beim schreiben 😀

Die Zeit in Bukoba ging wirklich schnell vorüber aber unser kleiner Trip war noch nicht vorbei, denn wir machten uns noch auf den Weg nach Mwanza, was südlich am See liegt. Hier lernten wir mal eine ganz andere, uns bis dato noch unbekannte Seite Tanzanias kennen. Die Stadt ist sehr westlich mit hohen modernen Gebäuden, Ampeln… das war für uns schon beeindruckend nach vier Monaten Dorfleben. Aline und ich sind einen Abend im Yachtclub zur Christmas-Party gegangen und wurden dort spontan vom Restaurantbesitzer zum Bootsfahren für den nächsten Tag eingeladen. Außerdem lernten wir ein paar Jungs etwa in unseren alter kennen, die aus Mwanza kommen. Warum ich das erwähne? Es war anders als wir es gewohnt waren.. Sie waren die, die große Augen machten weil wir ohne fließend Wasser oder einem Auto leben. Man hatte ein bisschen das Gefühl man lernt grade eine andere Welt kennen. Der Onkel ist VW Händler, die Familie hat ein eigenes Auto und sie sprechen eigentlich kein Swahili. Aber auch das ist Tanzania, solche Leute leben hier genauso wie die, die wie bisher kennen lernen durften. Dennoch hatten wir das Gefühl, dass sie eher  weniger Bewusstsein für das Andere haben.. Auf die Frage wo der Busstendi ist, hatten sie keine Antwort obwohl ja eigentlich Busfahrten das Hauptverkehrsmittel ist. Lustig und freundlich waren sie aber allemal und wir verbrachten einen echt coolen Abend noch mit ihnen im Rock Bottom, einem Club in Mwanza. Am nächsten Tag haben wir zusammen mit Raschid, Anita und Uwe (zwei ursprünglich Österreicher, die 10 Jahren in Südafrika gelebt haben die es nun aber nach Ostafrika verschlagen hat) die Bootstour auf dem See gemacht, was sehr schön war! Allgemein gibt es sonst in Mwanza nicht so viel zu sehen… Die meiste Zeit sind wir rumgelaufen oder waren essen 😀 (Falls irgendjemand mal dorthin kommt geht zu Sizzlers! Ob 1,2 oder 3 mal ist egal, das lohnt sich auch öfter. )

Soo.. Jetzt mal zu Weihnachten, beziehungsweise das, was davon hier gefeiert wird. Der 24. war ein ganz normaler Abend, genauso wie der 25. ein (fast) ganz normaler Tag war. In der Kirche morgens kam bei mir ungefähr 3 Minuten Weihnachtsstimmung auf, als wir „Oh du fröhliche“ auf Swahili gesungen haben aber das wars dann auch schon. Wir sind danach zu Bibi gegangen und haben ein bisschen Essen vorbereitet und danach (leider nicht alle zusammen) gegessen… Wir saßen mal bei allen Nachbarn ein bisschen rum und sind dann nachmittags heim. Geschenke sind hier scheinbar nicht wirklich üblich, dennoch habe ich für jeden etwas kleines besorgt und sie haben sich wirklich gefreut! Zusammengefasst: ein recht unspannendes Weihnachtsfest ohne viele Traditionen oder ähnlichem.. Trotzdem war es eine gute Erfahrung solch ein Fest mal ganz anders zu verbringen als ich es gewohnt war. 

Unser „Weihnachtsbaum“ für den Abduli und ich noch Bommel gebastelt haben

Der Reisemonat war aber noch nicht vorbei.. Am 28. hieß es nochmals „Auf Wiedersehen!“ zu meiner Familie, denn alle Tanazania Freiwilligen haben Urlaub über Silvester auf Zanzibar geplant. Über Daressalam ging es mit der Fähre nach Stonetown auf die Insel. Dort verbrachten wir unsere ersten paar Tage und wurden erstmal mit „Hakuna Matata’s“ und „Jambo’s“ überschüttet… Man merkt, dass es ein touristischer Ort ist denn glaubt mir, es sagt niemand „Hakuna Matata“ oder „Jambo“ im Alltag 😀 Manchmal war es ein bisschen Anstrengend aber einer der Vorteile daran in einer Touristenstadt zu sein, war es mal wieder kurze Sachen zu tragen und gegen den Freiwilligen-Abdruck (braune Arme mit Tshirtrand und braune Füße) vorzugehen 😀 Die Stadt war sehr schön und im Rahmen einer kleinen Stadtführung haben wir ein bisschen was über sie erfahren dürfen, sowie das Haus des Sultans und das House of Wonders besucht. Viele Gebäude hatten eine sehr spannende und schöne Architektur. Ganz anders als im Tanzania Festland, wo kaum ein Gebäude Geschichte hat oder älter als ein paar Jahrzehnte ist. Silvester haben wir auf einer großen Party direkt am Meer gefeiert und sind dann für den Rest der Woche noch auf die Ostseite der Insel gefahren für ein bisschen Strandurlaub. Nach ein bisschen relaxen an den langen Sandstränden machten ich und noch vier weitere einen Kitesurfkurs über drei Tage. Unglaublich was eine Kraft hinter so einem 16m Drachen steckt und wie es einen bei der kleinsten Bewegung umhauen kann. Nach den drei Tagen standen wir dann aber auch mal so 100 Meter auf dem Brett, es hat wirklich Spaß gemacht und muss irgendwie mal weitergeführt werden! Auf dem Rückweg ging es mit der Nachtfähre abends um 9 los und wir haben dann in der Früh Daressalam erreicht… Warum es die Fähre gibt und warum sie eigentlich so langsam Fährt ist uns bis heute ein Rätsel aber als Sparfüchse nehmen wir halt gerne das Billigste und dann kommt wohl oder übel auch mal sowas bei raus 😀

Auf dem Weg zu einer kleineren Insel zum Schnorcheln

Ein letztes kleines Highlight war noch der Kinobesuch am letzten gemeinsamen Abend in Daressalam

Seit Mittwoch bin ich jetzt wieder in der Schule. Einen Stundenplan gibts noch nicht und es sind scheinbar auch noch zu wenige Lehrer aber das wird hoffentlich schnell und dann kanns bald wieder losgehen.

Ich hoffe ihr hattet alle einen guten Start ins neue Jahr und ich wünsch allen, die hier meine kleinen Berichte mitverfolgen, alles erdenklich Gute für 2017 (wenn auch etwas verspätet! Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit rum geht… dieses Jahr komm ich schon wieder 😮

Eine Hommage an HotPots

Was ein HotPot ist und warum er aus dem Küchenalltag der Tansanis hier nicht wegzudenken ist, erkläre ich euch unten. 😉

Jetzt erstmal zum Essen hier (sehr wichtiges Thema! 😀 ). Viele haben mich schon gefragt was es bei mir so jeden Tag gibt und auch ich hatte bevor ich hergekommen bin wenig Vorstellungen vom Essen hier. Ugali? Pilau? Mandazi? Hat mit wenig gesagt. Da ich nun aber schon über 100 Tage (Die Zeit rast!) hier bin, denke ich, dass ich mittlerweile ganz gut sagen kann, was in Tansania so auf den Tisch (beziehungsweise Boden / Hocker) kommt.

In den Tag starte ich mit Chai (was einfach das Swahili Wort für Tee ist). Hier wird – Überraschung – Tee getrunken. Meist ist es Teepulver, welches mit Gewürzen im Topf aufgekocht wird. Die Gewürze sind optional.. hierzu gehören unter anderem Kardamom, Pfeffer, Ingwer oder Zimt. Persönlich trinke ich lieber den Tee ohne Gewürze aber das ist Geschmackssache. Unverzichtbar für die Tanzanis ist der braune Zucker und davon reichlich. Da wird gerne mal in eine Tasse zwei bis drei gehäufte Esslöffel vom guten Zeug reingerührt. Jedes mal, wenn ich meinen Tee ohne Zucker trinke, werde ich von allen ausgelacht und gefragt wie ich das nur machen kann?! 😀 Zum Tee gibt es meist Mandazis oder Bajia, wer es mag tunkt sie einfach in den Tee. Mandazis sind kleine Hefeteigteilchen, die frittiert werden. Sie sind leicht süßlich und manchmal ist gemörserter Kardamom mit drin, ich mag sie sehr gern. Bajias sind ebenfalls frittierte Teigbällchen, sie sind herzhaft und aus ganz bestimmten Mehl hergestellt. Im Teig findet man meistens kleingeschnittene Zwiebeln, grüne Paprika, kleine Chilis oder so grünes Kraut. Frisch schmecken sie wunderbar, doch leider sind sie am nächsten morgen immer ein bisschen trocken. Das ist so mein alltägliches Frühstück. Manchmal gibt es aber auch ein Omlette (frittiertes Ei 😀 ), Kochbananen, einfach kleine Buns (Weißbrot) oder noch Essen von Abends. Reis mit Bohnen zum Frühstück war dann echt gewöhnungsbedürftig.

So, und kurz bevor hier gleich das erste Foto seinen Platz findet, möchte ich nochmal erwähnen, dass das hier jetzt keine Instagram-Food-Bilder sind 😀 Also nichts mit schon angerichtet und noch mit drei Sesamkörnern bestreut oder so. Eher ein „Ich-hab-hunger-aber-knips-noch-schell-ein-Foto“-Bilder. Schmeckt meistens besser als es aussieht 😉 😀 

Mandazi. Gibt es in Kugeln, Knoten, Vierecken…

Bajias

Mein Mittag- und Abendessen fasse ich hier mal zusammen, denn es gibt immer zwei mal warm. Ich beginne mal mit Ugali – DAS Essen in Tansania. In jedem Reiseführer steht es und jeder, der einmal hier war wird den festen Maisbrei (wohl oder übel) kennen lernen. Was man dafür braucht ist simpel. Maismehl (jeder Ort hat eine Mahlmaschine) und Wasser… das wars. Beides wird solange gekocht und gerührt bis eine feste Konsistenz erreicht wird, die man mit der Hand zu kleinen Bällchen formt und so mit einer Beilage isst. Ugali selbst schmeckt nämlich nach gar nichts. Um mal unsere typischen Beilagen vorzustellen: angebratenes grünes Blattgemüse, Tomatensauce, getrocknete Fische in Saucen, Kohl, Bamia, Bohnen, Tomaten/Gurkensalat, Avocado, frischer frittierter Fisch, gekochtes Hühnchen oder Fleisch (beides komplett mit Knochen). Im Durchschnitt würde ich sagen gibt es bei mir zuhause einmal am Tag Ugali und einmal was anderes, wie Reis, Pilau (gewürzter Reis), Pommes oder Nudeln. Kleine Info zu den Nudeln, die sind nämlich süß. Ich war erschrocken und frag mich auch jetzt noch, was der Reiz hieran ist.. aber gut, ist immer mal wieder eine willkommene Abwechslung. Außerdem gibt es oft Makande, ein „Eintopf“ aus getrocknetem Mais und Bohnen, welcher gewürzt ist. Weitere „Eintöpfe“ gibt es aus Kartoffeln, Yams (eine Wurzel die so ähnlich wie eine Kartoffel schmeckt) oder meistens aus Kochbananen. Zu guter Letzt noch Chapati, das Beste! Chapatis sind Pfannkuchen/Blätterteig-ähnliche Fladen die man auch mit den oben genannten Beilagen isst. Man ignoriert einfach mal für ne halbe Stunde die 4 Esslöffel Öl die da pro Chapati drin sind und sie schmecken wunderbar (und am Besten sind die von zuhause!).

Das wars jetzt auch mit den Hauptspeisen, ich erinnere mich nicht daran, je Zuhause was anderes gegessen zu haben, werde aber falls es sie geben sollte, von Neuentdeckungen berichten. Ein Stückchen Papaya, Wassermelone, Mango, Banane oder Orange findet meist auch den Weg auf meinen Teller und ich freu mich immer was Frisches neben den sonst meist verkochten Sachen zu haben. Zum Essen gibt es übrigens auch immer Chai (Abends manchmal mit frischer Milch) und ganz ganz selten mal Saft aus Passion und Avocado.

Chapati (Hier mal in Tanga zum Frühstück)

Makande

Ein Ugali Festmahl… Normal sind 1-2 Beilagen

Allgemein kann ich sagen, dass mir das Essen hier (meist) gut schmeckt (ein bisschen viel Öl.. aber damit muss ich jetzt ein Jahr leben 😀 ). Meine Familie versucht sich zu bemühen, dass es immer mal wieder Abwechslung gibt und ich nicht immer das Selbe esse, was sich bei den nicht ganz so zahlreichen Gerichten manchmal nicht soo leicht gestaltet. Wenn es dann mittags schon Makande gab und Abends wieder ist das halt echt nicht so toll… aber gut das geht auch. Mehr Probleme habe ich immernoch mit dem so späten Abendessen. Ab sechs Uhr wird in der Küche zusammen gekocht (eine Zeit, die ich auch gerne mit dabei sitze und rede oder einfach mithelfe) aber Essen gibt es meist erst so zwischen halb 9 und 9 Uhr. Die Zeit vorher wird manchmal überbrückt mit rohem Mais, der vor dem Feuer gebraten wird oder ich nasche ein frisches Bajia. 🙂

Vielleicht denkt man sich bei dem ein oder anderen Foto: Was sind das eigentlich für komische Töpfe in denen meistens das Essen serviert wird? Hier seht ihr die besagten HotPots! Ohne die geht (fast) gar nichts 😀 In den Töpfen, die hier wirklich jeder in etlichen großen hat, wird erstmal alles Essen getan, wenn es fertig ist. Da hier oft durcheinander gekocht wird (oder ich hab das System einfach noch nicht raus), kann so verhindert werden, dass die Sauce zum Reis eiskalt wird wenn sie noch eine Stunde rumsteht oder der Ugali kann unbedenklich auch mittags schon für abends mitgekocht werden. Also ein Dank an die HotPots, dass ich immer warmes Essen bekomme und alle weiter auf Polepole (ruhig) machen können (was sie sowieso machen 😀 ) ohne, dass alles dabei kalt wird.  

Ich hoffe ich konnte jetzt einen kleinen Einblick geben und ihr könnt euch besser Vorstellen, was es hier so an kulinarischen Köstlichkeiten gibt. Bei mir gibts jetzt hoffentlich auch bald was, mein Magen knurrt nämlich schon. 😀

Also, macht’s gut und ich wünsche allen eine wundervolle Vorweihnachtszeit! Für mich geht’s im Dezember an den Viktoria See und dann bin ich mal gespannt wie Weihnachten hier so wird. (Doppelt gespannt, weil ich noch nicht einmal weiß, wo ich es feiern werden. Spontanität lebt.) Weihnachtsgefühle kamen jedenfalls noch gar keine hoch so im kurzen Rock und Tshirt draußen :DD

Ganz aktuell noch etwas erfreuliches: mein Workpermit ist endlich fertig! Da jetzt erstmal Ferien sins geht es im Januar dann wider richtig los, dann ist das Resindet Permit wohl auch fertig. Ich freu mich 🙂

Und dafür haben sie drei Monate gebraucht… 😀

Von Visaproblemen und tansanischen Partymarathons

Jaa… was war eigentlich los in den letzten Wochen? Um dies schon mal vorwegzunehmen: der letzte Stand hat sich leider noch nicht wirklich verändert. Sprich ich darf nun mittlerweile schon seit meinem Trip nach Singida nicht arbeiten, was echt unglücklich ist. Dazu schreib ich am Ende noch ein paar Neuigkeiten.
Der Alltag ohne Arbeit… Da ist er nun, der Traum aller Schüler (auch meiner in den endlosen Mathestunden): einfach mal nichts tun und frei haben. Lasst es euch sagen: Nicht cool! Gar nicht cool! (Jedenfalls nicht auf Dauer und in einem Mini-Ort wo ich lebe) Es gab Tage an denen die Wäsche gewaschen, das Essen gekocht, das Zimmer aufgeräumt (Jaa, auch ich kann das! 😀 ) und etliche Nachbarn besucht waren und ich einfach frei hatte. Da kann sich so ein Vormittag wirklich mal hinziehen. Nachmittags gehen wir meistens in das Jugendzentrum und kümmern uns um dieses und die Bibliothek. Lieferungen annehmen, zählen und einsortieren, mit den Kindern spielen oder draußen Unkraut jäten und einfach mal klarschiff machen… Da ich viel hier in der Gegend rumkomme lerne ich so ein bisschen mehr das Dorfleben kennen, was auch mal ganz schön ist. Ich konnte die Gegend weiter erkunden und ich bekomme langsam auch ein wenig Orientierung „hintenraus“. Außerdem fand ich es echt cool mal auf eine Konfirmationsfeier hier zu gehen. Das hätte ich nicht gekonnt, wenn ich zur Schule gegangen wäre, denn die kirchliche Feier ist Sonntags aber die eigentliche Feier immer innerhalb der Woche danach. (Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass noch 3 ½ derartige Feiern folgten 😀 ) Das Wetter ist hier übrigens mittlerweile wunderbar! Tagsüber heizt die Sonne und Abends bleibt es stets angenehm und man friert nicht mehr. Da kann man auch mal knapp zwei Stunden den Berg, den ich sonst mit dem Bodaboda hochfahre, durch die steilen Felder hochlaufen ohne zu zerlaufen, wie es in Tanga der Fall wäre 😀

Ein weiterer Grund für die zig Tücher, die alle Frauen hier immer an sich tragen… Quengelt das Kind wird es einfach schnell aufgebunden.

Unsere neuste Errungenschaft ist diese Batterie, die durch eine Solarplatte auf unserem Dach aufgeladen wird. Alle Zimmer (bis auf meins 😀 )werden jetzt mit Solarlicht beleuchtet, also bin nurnoch ich die Person die mit Stirnlampe im Zimmer rumläuft wenn (wie nicht selten) der Strom mal wieder versagt. Außerdem liegt hier jetzt immer eine Ansammlung Handys von irgendwelchen Nachbarn zum laden. Übrigens auch mal spannende Schreibweise des Namens „Violet“ 😀
Dauert gern mal zwei Stunden das waschen… Es ist trotzdem immer unterhaltsam wenn welche zum reden da sind 🙂 Abdul wollte auch mal ran 😀
Im Jugendzentrum

Als Kontrastprogramm zu unter-der-Woche hatte ich die letzten Wochenenden immer verplant. Ein Wochenende waren Alexandra und Theresia da und wir machten uns auf den Weg zum Irente-View-Point. Einem Aussichtspunkt mit atemberaubender Sicht auf das flache Land vor dem Usambara-Gebirge ganz in der Nähe von Lushoto. Mit dem Bodaboda hoch und zu Fuß wieder runter erwies sich als eine super angenehme Kombi und wir verbrachten einen schönen Tag hier im Gebirge und in Lushoto.

Auch kein seltener Anblick, dass einem eine Kuhherde entgegenkommt 😀 (optional auch mal Ziegen)

Das vorletzte Wochenende im Oktober verbrachte ich bei Theresia in Tanga. Zufälligerweise waren die Singida/ Iguguno Freiwilligen auch dort und einen Nachmittag trafen wir uns zusammen in der Bäckerei und machten ganz „deutsch“ ein kleines Kaffeekränzchen 😀 Ich muss sagen, ich vermisse Kaffee schon sehr! Montags begleitete ich Theresia zur Primary School, wo ich direkt mal als Vertretungslehrerin eingesetzt wurde. Ich kannte zwar weder die Schüler noch die Schule aber wie macht man Sechstklässler am leichtesten glücklich? Richtig. Fußball. Ein Ball war schnell aufgetrieben und wir spielten eine Stunde draußen auf dem Feld. Danach konnte ich mein Französisch noch ein wenig in der Stunde vom Französischlehrer auffrischen und der Schultag war auch schon wieder vorbei. Dienstag machte ich mich mit Pili (Sie arbeitet in der Dispensary) auf den Weg zu einer Freundin von einer Freundin Pilis um mir ein Henna malen zu lassen. Ich finde es immer wieder beeindruckend wie „vernetzt“ hier alles ist. Zwei Anrufe werden getätigt und schon sitze ich mit ihr in einer wildfremden Wohnung und nach zwei Stunden warten nehm ich auf dem Schemel vor einer zwar fremden aber sehr freundlichen Frau platz und sie malt geschickt auf meinem Arm rum.

Ein kleiner Einblick in den Stoffmarkt

Am folgenden Wochenende machte ich mich früh morgens mit dem Direktbus von Mbelei auf den Weg nach Moshi. Nach einer holprigen Fahrt die ungepflasterte Straße nach Soni runter, ging es entspannt durch bis nach Moshi, wo ich mich mit Alexandra und Paul traf. Wir liefen ein wenig durch die Stadt, aßen was kleines zu Mittag und machten (leider) noch Bekanntschaft mit den
Beauftragten für die Sauberkeit in Moshi. Für alle, die mal vorhaben nach Moshi zu gehen: Werft einfach nichts auf den Boden, auch wenn es noch so klein ist, die Kontrollieren es wirklich! 😀 Die
„Bestrafung“ ist wirklich nicht billig und zum finanziellen kommt noch hinzu, dass man von etwa 20 Mamas, die ihre Verkaufsstände vor dem Office angelegt haben, ausgelacht wird. Das kann man
dann (wohl oder übel) auch von der „Erlebt-in-Tansania“-Liste abhaken. Wir machten uns mit Daladala und Bodaboda auf den Weg in den kleinen Ort, wo die beiden wohnen. Da auch dieser am Gebirge liegt, sieht es ähnlich aus wie bei mir. Lediglich die Erde ist ein bisschen röter und es ist nicht ganz so inmitten der Berge aber auch ein weiteres sehr schönes Fleckchen Erde! Ich verbrachte mein verlängertes Wochenende in Pauls Gastfamilie, in der ich mich wirklich wohl fühlte. Wir schauten uns die Umgebung an und sind zu einem alten Funkzentrum auf den Berg gelaufen, von wo aus man eine weite Sicht auf die Gegend hat, außerdem waren wir abends was im Shop von Pauls Mama trinken oder haben mit seiner Gastschwester Kresha gespielt. Montags war ich dann mit in der Secondary School und konnte einen kleinen Einblick vom Ablauf dort
gewinnen. Hat mich wirklich sehr an meine Secondary hier erinnert… vor allem was den Unterrichtsablauf angeht 😀 Wir waren zwar rechtzeitig zur ersten Stunde da, nur leider hatten die Schüler, wie man uns mitteilte, grade Reinigung und machen die Schule sauber. Wir sollen warten. Das Warten überdauerte dann beide von Pauls Stunden und somit war der Unterricht morgens dann
auch erledigt. Wir holten uns ein paar Mandazis (die sie dort mit Pilipili-Sauce essen) und setzten uns auf die Wiese vor der Schule, von hier hat man auch eine wirklich weite Sicht ins Flache. Das
Wochenende war mal wieder schnell vorbei und Dienstags hieß es für mich schon wieder ab nach Hause.

Klare Sicht auf die Spitze des Kilimanjaro

Zum Thema Partymarathon. Den haben Theresia und ich nämlich jetzt hinter uns. Theresia kam letzten Freitag und blieb bis Mittwoch. Kurzfassung: Sonntag von 11 bis 15 Uhr Kirche (die
eigentlich schon um 9 Uhr angefangen hat), Montag von 9 bis 18 Uhr Konfirmationsfeier von Nelly (wobei die eigentliche Feier grade mal knapp zwei Stunden ging), Dienstag 12 bis 18 Uhr
Konfirmationsfeier bei Mama Glory (ich weiß leider bis heute nicht wie der „Befeierte“ hieß… vielleicht liegt es ja daran, dass ich sämtliches Gehör bei der viel zu lauten Musik dort verloren
habe 😀 ) und Mittwoch ein letztes Mal Johnis Feier von 12 bis 17 Uhr (die oben erwähnte halbe Feier erlebte ich noch auf meinem Rückweg von Johnis Feier, zu der Glory und ich kurzfristig noch
gingen… hier kennt wirklich jeder jeden 🙂 ) Die Feiern sind nicht wirklich vergleichbar zu solchen, die ich aus Deutschland kenne und ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit habe auch so etwas mal mitzubekommen! Es ist echt schwer eine solche Feier in Worte zu fassen und
viele Traditionen lassen mich selbst noch im Dunkeln stehen aber Bilder sagen bekanntlich viel…

Ein Meer an bunten Farben: Die Kirchliche Feier

Die Vorbereitungen für das Essen fanden meist unmittelbar neben der Feier auf improvisierten „Herden“ statt. In den riesen Töpfen köchelt Pilau und Reis, der nach der Feier gegessen wird. (Mit den Händen natürlich 🙂 )
Wie bei vielen Feiern muss der „Befeierte“ seine Gäste und umgekehrt mit kleinen Kuchenstücken füttern.

Noch ein kurzes Update bezüglich dem Workpermit. Diese Woche sollten diese scheinbar endlich die in Daressalam abgeholt werden und es kann endlich mit dem Beantragen vom Residentpermit losgehen. Das heißt, dass ich auch zeitnah meine Quittung dafür in der Hand halten sollte und damit endlich wieder loslegen kann. Ich freu mich!! Eine sehr ernüchternde Nachricht errichte uns jedoch Anfang der Woche… Irene, die sich um das alles kümmert, benachrichtigte uns, dass seit etwa einer Woche eine neue Regelung bezüglich des Workpermits eingetreten ist. Diese besagt, dass Freiwillige einer
christlichen Organisation, wie Kolping eine ist, ihr Workpermit nicht mehr bezahlen müssen sondern nur ein schreiben eines Bischofs brauchen. Wir sind alle enttäuscht und verärgert… 500
Dollar praktisch umsonst ausgegeben zu haben ist sehr ärgerlich. Es wird zwar versucht jetzt im Nachhinein etwas zurück zu bekommen, es sieht aber eher schlecht aus. Naja das Positive ist jetzt
wenigstens, dass die Sache für die Zufunkft endlich mal geklärt ist. (Sollte sich nicht mal wieder kurzfristig und im Unwissen aller was ändern 😉 )
So.. das wars vorerst von mir und ich melde mich bald wieder!

32 Stunden

So lang saß ich wenn mans mal zusammenrechnet in den letzten zwei Wochen im Bus. In Deutschland für mich nahezu unvorstellbar, da war man schon geschafft nach 2/3 Stunden Fahrt mit dem Zug, aber hier gar nicht soo das große Problem 🙂

Vor zwei Wochen ging es für mich in der Midterm Break nach Singida. Ich wollte Freitag nochmal in die Schule zum school-closing gehen und mich dann ausgeruht Samstags auf die 12stündige Fahrt machen. Naja es kommt wie immer alles ein bisschen anders als man denkt.. Also ging es spontan Freitag abend für mich zu einer Wedding Send-Off. Hier wird die Braut (Mitarbeiterin von Tayodea) von ihrer Familie verabschiedet und es wird gefeiert, gegessen und Geschenke werden übergeben (danach hat sie einen kompletten Hausstand). Von David und Theresia wurde ich eingesammelt und es ging nach Lushoto in die Lodge wo wir schliefen. Wie beschreibe ich am besten die Feier… Voll, laut und geplant (mehr oder weniger) trifft es glaube ich ganz gut. Reizüberflutung schon beim betreten in die Halle. Alle Wände waren abgehängt mit Tüchern, blinkende Lichterketten, Plastikstühle mit glänzendenden Stuhlhussen, ein Moderator, ein DJ, riesige Boxen, ein Kameramensch und vorne eine Prunkvolle Empore. Die Stühle füllten sich und ich schätze mal es wurden so etwa 200+ Gäste. Dann fing der Moderator mit dem Programm (das laut Plan, der ausgelegt war, sogar auf fünf Minuten genau war 😀 ) an und die Prozedur begann. Es war alles ziemlich langwierig, vor allem weil ich auch kaum etwas verstand… Viele Rituale wurden durchgeführt und irgendwann ging es dann an das Öffnen der Champagnerflasche. Warum ich das hier schreibe? Wenn man mal genauer den Plan gelesen hätte, wäre aufgefallen, dass bei dem Punkt „Öffnen der Champagnerflasche“ als Verantwortlicher mein Name zu finden gewesen war 😀 Es hat auch niemand für nötig gehalten mich mal vorher zu fragen oder so. Mit viel Überwindung hab ich es dann geschafft, vor der ganzen Gesellschaft die Flasche zu öffnen, sie von allen engen Verwandten noch anfassen zu lassen und es war eigentlich ganz lustig (für dir Zuschauer wahrscheinlich mehr als für mich 😀 ). Es wurde noch gegessen und bis spät weiter gefeiert. Müde fiel ich ins Bett und mein Wecker klingelte mich morgens um kurz nach 5 wieder raus.

Die Fahrt nach Singida musste ich im regular Bus antreten, da leider im großen Reisebus keim Platz mehr war. Ich verbrachte sie also größtenteils damit, in den Kurven nicht in den Mittelgang zu fallen, da die Sitze doch recht schmal waren. Abends um 8 kam ich dann endlich in Singida an und freute mich die anderen wieder zu sehen! Wir verbrachten den Abend am Strand in einem noch nicht fertigen Hotelgebäude mit zwei Südafrikanern und zwei ehmaligen Freiwilligen. Die Rückfahrt nachts zu acht in einem Bajaji gestaltete sich lustig aber alle sind am Ende gut angekommen. Die ersten Nächte schlief ich bei Anna, dort wo wir schon einmal waren und in der Woche noch zwei mal bei Fritzi und ihrer Gastfamilie. Ich ging mit den beiden in die Schule und das Zentrum wo sie nachmittags sind und hab ein bisschen ihren Freiwilligendienst kennen lernen dürfen. Nachmittags und abends sind wir entweder im Pool schwimmen gegangen oder mal auf die Felsen. Ende der Woche habe ich mich dann nochmal auf den Weg (etwa eine Stunde) nach Iguguno zu Louisa gemacht und verbrachte dort noch zwei entspannte Tage bei ihrer Familie. Sonntags hieß es für mich wieder Busfahren und ab nach Hause. Nach etwa einer Stunde hörte ich nur einen kleinen Knall und danach ein komisches pfluppfluppflup unter meinem Sitz… Wir hielten ein paar Meter später an und die Crew stieg aus. Da ich direkt vorne über dem Reifen saß hatte ich beste Sicht auf den teilweise aufgeplatzten und nun komisch verformten Reifen, super. Etwa eine knappe Stunde später ist der Reifen gewechselt, etliche Selfies von Insassen vor dem Bus erledigt und es ging weiter. Nochmal ein Stunde später war meine komplette Hose nass, da mir mein kleiner Sitznachbar seine komplette Sparletta drüber kippte. Nicht mein Tag. Aber auch er ging um.

Auf der Rückfahrt als es die Berge hochging zu mir nach Hause

Hier sollte jetzt eigentlich stehen: Montags hieß es dann für mich wieder Alltag, sprich Schule und Jugendzentrum… Aber wie schon im letzten Beitrag erwähnt gab es Probleme mit dem Migration Office. So machte ich mich Dienstag dann auf dem Weg nach Lushoto und kam mit ernüchternden Nachrichten zurück. Nicht wie von allen gesagt darf ich schon mit dem Reciept vom Work Permit arbeiten, sondern sie wollen es zusammen mit dem Reciept vom Resident Permit vorliegen haben, und das ist noch nicht einmal beantragt. Also heißt es für mich jetzt erstmal warten.. Ich darf nicht in die Schule und ins Jugendzentrum nur als Begleitung von Glory, wenn sie eh arbeiten geht. Wie lange das jetzt braucht und ob sie sich vielleicht doch um entscheiden steht in den Sternen (die ich übrigens beim Zähne putzen immer beobachte 😀 ). Aber ich hoffe, dass es jetzt recht zügig geht, da es sonst ziemlich langweilig werden kann…
Da ich mir dann auch keine Sorgen machen musste, ich würde meinen Unterricht verpassen, machte ich mich schon Donnerstags auf den Weg nach Moshi. Moshi (was übrigens Rauch heißt, wenn ich schon nicht arbeiten darf versuche ich mein Swahili mit Glory zu verbessern) ist eine recht westliche Stadt 4 Stunden entfernt von mir am Fuße des Kilimajaro. Wir hatten dort zwei große Zimmer mit allen neun Freiwilligen zusammen, denn seit Dienstag sind wir endlich komplett mit Rebecca! (Wir dachten jedenfalls, wir wären komplett.. Grade hat Aline, die eigentlich nach Südafrika wollte, geschrieben. Sie kommt wegen Visumproblemen auch nach Tansania, also sind wir bald zu zehnt 🙂 ) Außerdem waren noch Eugene aus Singida und Louisas Gastbruder zu Besuch. Wie es sich für Weiße in Moshi gehört sind wir erstmal in alle Restaurant gegangen in denen es (wie Eugene es so nett ausgedrückt hat) „all Mzungu-Food“ gibt. Sprich wir sehnten uns nach Pizza, Pasta und Burgern. 😀 Wir waren in drei verschiedenen Restaurant über das Wochenende verteilt und es war wirklich ungewohnt so viele Weiße an einem Ort zu sehen, tja was das Essen angeht sind wir halt doch irgendwie Gewohnheitstiere 😀 Freitags sind wir abends Louisas Geburtstag feiern gegangen und am nächsten Tag (nachdem wir ausgeschlafen hatten 😍… Ist bei mir zuhause sogutwie nie möglich 🙁 ) ging es erst zu einem Markt und dann noch zu Nacromart, einem richtigen Supermarkt… Super ungewohnt nach fast zwei Monaten in Shops die man meist nicht mal betreten kann. Tipp für alle die großen Gruppen reisen: um rumzufahren macht euch nicht den Aufwand um euch aufzuteilen sondern nehmt euch doch einfach gleich zu elft ein ganzes Daladala. Macht auch viel mehr Spaß! 🙂 Sonntags war schon wieder Abreisetag, denn die Singida bzw Bukoba Leute hatten noch eine lange Reise vor sich. Ich bin noch etwas mit Paul und Alexandra in der Stadt geblieben und hab mich dann auch auf den Heimweg gemacht…

Die Spitze vom Kilimajaro

„Good morning Madame!“

Jeden Morgen um Punkt 8 / 9:20/ 11 oder 13 Uhr sollte dies in meinen Ohren klingen… Die Realität? Ich komme rein, drei Schüler begrüßen mich und dann fangen erstmal etwa  100 Schüler, die für mich aufgrund der Schuluniform noch so ziemlich alle gleich aussehen, an, Stühle auf den Köpfen von Klassensaal zu Klassensaal zu tragen und überall rumzukramen.

Die letzten paar Meter vor der Schule

Willkommen in der Form IB!

Die älteren Schüler bei der Examination. Die Farbe der Schuluniform wechselt mit der Klassenstufe.


Ich möchte ein bisschen berichten wie das in der Schule bisher so läuft…
Vor etwa drei Wochen hatte David mich hergefahren und nach dem Gespräch mit dem Schulleiter stellte sich heraus, ich solle Form I (drei Klassen à 50-60 Schülern) in Biologie unterrichten, so wie es meine Vorfreiwillige Lynn getan hat. Vorerst hieß es jedoch: Ohne Workpermit, keine Arbeit. Der Grund hierfür abgesehen, dass es natürlich nicht so ganz erlaubt ist (bei den anderen Freiwilligen aus Tansania war es eigentlich kein Problem, dass das Workpermit nachgereicht wird)… Ich bin offensichtlich weiß 😀 und das so ziemlich als einzige hier in der Gegend. Aus diesem Grund meinte der Schulleiter würde ich bei einer Kontrolle direkt auffallen, da es hier im näheren Umkreis sonst keine Freiwilligen gibt. (Heute kann ich sagen: Er hatte Recht, jedenfalls zum Teil.. am Ende nochmal kurz was dazu. 🙄) Ein bisschen geknickt war ich schon aber scheinbar hat er ziemlich schnell seine Meinung geändert. Ich sollte nämlich Montags nach dem Wochenende doch mal zu Schule kommen. Mein Montag gestaltete sich in etwa so wie der folgende Dienstag… aus Warten. Ich wurde nach einem kurzen Besuch beim Academic Office, um dann doch schon meinen Stundenplan zu machen (ich war ein wenig verwirrt?), in den Staff Room verfrachtet und verbrachte beide Tage bis jeweils Nachmittags nur dort und wartete auf meinen Plan. Hört sich jetzt echt langweilig an… War es auch 😀 Jedoch war es auch eine gute Möglichkeit, das noch relativ junge Lehrerkollegium kennen zu lernen.

Mein Platz im Lehrerzimmer der gleichzeitig (wie auch die Couch) als Aufbewahrungsort einiger Lehrer für sämtliche Hefte genutzt wird 😀

In der ersten Woche sollte mich Madame Amina mitnehmen und mir alles ein wenig zeigen. Sie war die derzeitige Bio-Lehrerin der Form I, die ich (wie ich es Mittwochs dann erfahren habe) ab der folgenden Woche komplett übernehmen sollte. Mittwoch habe ich dann Madame Amina zu zwei Bio-Stunden begleitet. Danach erstmal durchatmen. Durch meinen Kopf schossen Fragen über Fragen… Gibt es einen Lehrplan? Warum ist die Unterrichtssprache Englisch, wenn es kein Schüler kann? Wie kann ich mich gegen 60 murmelnde Schüler durchsetzen? Und so viele mehr.
Ein paar Erklärungen: Eigentlich sollte die Secondary School komplett in Englisch unterrichtet werden, die Realität sieht anders aus (zumindest in Form I)… Fast kein Schüler versteht mich, wie auch, wenn sie seit sieben Jahren in Swahili unterrichtet wurden.. Über dieses Thema habe ich mit mehreren Lehrern schon lange geredet, es ist kompliziert und von vielen verschiedenen Gesichtspunkten zu betrachten und daher fällt es mir auch noch schwer, eine gefestigte Meinung zu bilden. Mein erster Eindruck war jedoch negativ was dies angeht. Diesen Eindruck hatte ich auch von manchen Lehrern, mit denen ich geredet habe. Ich könnte hier jetzt ne große Argumentation niederschreiben aber das würde den Rahmen vom Beitrag jetzt sprengen und dafür bin ich auch erst zu kurz hier. Also kurz und knapp, was mir mit als erstes durch den Kopf läuft zu diesem Thema: die meisten Schüler behalten sich fast nichts von dem Englischen. Sie sitzen im Unterricht, lassen sich voll reden und warten einfach nur drauf, bis der Lehrer es ja doch in Swahili übersetzt. In das Heft wird dann alles, was vom Lehrer angeschrieben wird (ich kann jetzt nur von Madame Amina reden und da war es einfach 1zu1 das Buch), abgeschrieben und für die Examination größtenteils auswendig gelernt. Ich bin gespannt wie ich das weiterhin Wahrnehmen werde…

Aber zurück zur Schule. Ganze zwei Mal war ich mit Madame Amina zusammen im Unterricht, dann ist sie den Rest der Woche einfach nicht mehr gekommen. Da stand ich also Donnerstag, hab 20 Minuten bevor der Unterricht starten sollte erfahren, dass ich ihn doch bitte allein machen soll. Ich war ehrlich gesagt überrannt. (Zu erwähnen, dass Amina an diesem Morgen noch da war und sie es war, die mir gesagt hat, dass sie jetzt geht und ich es bitte allein machen soll) Nach kurzem hin und her hieß es dann, ich soll gar nicht gehen. Na gut, dann halt nicht. Am nächsten Morgen hat mir wieder bis kurz vor dem Unterricht niemand gesagt, dass ich allein bin. Als ich mich dann überall durchgefragt habe, bekam ich gesagt, was ich befürchtet habe und bin dann einfach allein in Klasse gegangen. So stand ich dann vor etwa 60 Schülern die mich nicht verstehen und ich sie leider auch nicht. Mit ach und Krach hab ich die unvorbereitete Stunde geschafft und bin nach Hause gegangen.

Am folgenden Wochenende habe ich dann angefangen mich vorzubereiten. Da für die Examinations der Inhalt des Buches wichtig ist, habe ich die Texte größtenteils umgeschrieben um sie verständlicher zu machen und eine Vokabelliste für die Schüler (und mich 😀 ) erstellt. So ging es dann Montag richtig los für mich und es ist wirklich um einiges besser gelaufen! Ich hab leider nicht das simpelste Thema zum Einstieg aber mit Händen und Füßen (und wunderschönen *hust* Tafelzeichnungen) stehe ich vorne und erkläre die verschiedenen Impfformen oder was unser Immunsystem ist.. Jede Stunde ist was neues und sieht anders aus. Manchmal machen viele mit, manchmal keiner und leider nie alle. Ich muss sagen, aufgrund der Größe der Klasse fällt es auch einfach unglaublich schwer, alle miteinzubeziehen. Auch lustig, wenn 5 Minuten nach Unterrichtsbeginn ein anderer Lehrer in meine Klasse kommt und im Schlepptau eine andere Form I hat und meint ich solle sie doch bitte diese Stunde mit unterrichten, dann halt knapp 120 Schüler.. kann man mal machen 😀 Dann gibt es halt leider die vier Mädchen hinten in der Ecke, die nichts machen oder den Jungen, der wirklich immer schläft.. man lernt (leider) ein bisschen drüber hinwegzusehen. Die Zeit, die ich nun schon aufgebraucht habe, nur um mit solchen Schülern zu reden geht halt einfach leider drauf und die, die vielleicht grade noch interessiert waren können nur da sitzen und warten. Von Stunde zu Stunde wurde es lockerer und man kann auch einfach mal gemeinsam drüber lachen, wenn ich mich abmühe manche Worte auf Swahili auszusprechen. Ich musste mich jetzt noch die letzten Wochen sehr an Madame Amina halten, da auch sie es war, die den Test aufgestellt hat. Die Mid Term Examinations gingen etwa eine Woche lang und danach waren dann erstmal eine Woche Ferien.

Für mich heißt es jetzt weiter Swahili lernen, dass die Verständigung leichter wird und der Unterricht so hoffentlich besser. Alles in allem kann ich sagen es ist zwar teilweise echt anstrengend wenn man einen Satz sagt, darüber eine Frage stellt und genau 10 Schüler die Antwort wissen (von denen sich die Hälfte nicht traut sich zu melden) aber bis jetzt gefällt mir doch die Atmosphäre in der Schule und das mit dem Unterricht…wie gesagt, ich denke das bessert sich je länger ich da bin und wenn sich dann die Schüler auch an mich gewöhnt haben. Wie oben geschrieben ist das Kollegium noch relativ jung und sehr aufgeschlossen, also hab ich in meinem Freistunden eigentlich immer jemanden zum Reden. Und die hatte ich vor allem in den letzten Wochen gehäuft, da mein Plan nicht ganz mit dem allgemeinen übereingestimmt hat und dann auf einmal zwei Lehrer vorne standen und beide jetzt Unterricht machen wollten 😀 Naja, nach den Examinations soll aber ein neuer Stundenplan kommen, der stimmt dann hoffentlich.. also Pole Pole (heißt sowas wie „Ruhig, Ruhig“ und ist hier ein sehr beliebtes Motto.. bzw eine Einstellung)!

Hier noch meine zwei Schulweg-Funde. Da lohnen sich die 40 Minuten laufen doch 😀 

Ohne die lieben Mädels mit denen ich heim gelaufen bin hätte ich das Chamäleon nie gesehen

Sooo und jetzt mal wieder was aus der Kategorie „Täglich grüßt das Murmeltier“: das Visum… Anscheinend mag mich da wer nicht 😀 Wie ich drauf komme? Am Montag stand (ich war glücklicherweise wegen der Midterm-Break in Singida) scheinbar ein Migration-Officer im Jugendzentrum auf der Matte und hat nach mir gefragt, da ihm gemeldet wurde, dass hier jemand arbeitet. David war zufälligerweise aus Tanga grade dort und hat ihnen erzählt, dass ich noch nicht arbeiten würde sondern ich mich lediglich umschauen würde. Da ich grade in Singida war, konnte ich auch direkt das Reciept mitnehmen, das bezeugt, dass ich mein Workpermit bereits als ich gekommn bin bezahlt habe. Morgen also keine Schule für mich sondern ein Besuch im Migration Office in Lushoto. Ich bin ja mal gespannt was da rauskommt, aber ich hoffe, dass ich dann ab Dienstag offiziell arbeiten darf und sie keine weiteren Probleme machen.

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen… oder so.

Eigentlich steht der Eintrag über meine erste Zeit in der Schule schon in den Startlöchern, aber hier ein Mini-Einschub über meinen gestrigen Tag. Mal ein bisschen was aus meinem Familienleben.

Von Anfang… Mein kleiner Gastbruder (ich nenne ihn der Einfachheit halber Gastbruder, obwohl er ja eigentlich der Sohn von meiner Gastschwester ist) hatte am 16. September Geburtstag und wurde drei. Seit zwei Wochen war auch klar, dass wir an diesem Tag feiern würden und alle freuten sich drauf. Freitag der 16. war dann nun also da, aber zwei wichtige Personen fehlten: Adbul und  Glory 😀 Montags wurde mir gesagt, die beiden kommen morgen aus Tanga, wo sie Abduls Vater besuchen, zurück. Nachdem mir dann Dienstags, Mittwochs, Donnerstags und Freitags genau das Selbe gesagt wurde, habe ich bald angefangen zu zweifeln ob ich die zwei hier je wiedersehe 😀 Samstags standen dann doch endlich Abdul mit seiner Mama vor der Tür… Fünf Tage nach Ankündigung aber ja, das wird hier nicht so eng gesehen. (An der Stelle möchte ich noch einmal erwähnen, dass dies meine persönlichen Eindrücke, Erfahrungen und Gefühle sind, die ich hier mit euch teile. Keinesfalls kann man das, was ich hier erlebe und schreibe verallgemeinern. Würde ich bei unseren Nachbarn wohnen, hätte ich wahrscheinlich andere Eindrücke etc. Das bitte im Hinterkopf behalten! 😉 ) Vielleicht hat Gott es auch einfach so gewollt, in meiner Familie herrscht nämlich stets das Motto „If god wishes…“ („Wenn Gott es wünscht…“). Das erste Mal gesagt bekommen habe ich es am ersten Abend beim Gute-Nacht-Sagen. Meine Gastmama meinte: „Good night and if god wishes till tomorrow.“ Ich war irritiert, eine solche „Verabschiedung“ hatte ich vorher noch nicht gehört und dachte mir einfach nur: Ja aber sicher hoffe ich doch, dass Gott das wünscht?! 😀 Mittlerweile bin ich es gewohnt. Ob ich in die Schule oder ins Bett gehe oder ich frage, wann Glory zurückkommt und wann wir feiern… Stets bekomme ich zu hören „If god wishes till tomorrow/ they come back on Tuesday/ see you later…“. Aber weiter mit der Feier. Samstags fragte ich dann, wann diese stattfinden würde und die Antwort hat mich nicht überrascht. „If god wishes tomorrow“, sagte meine Gastmama zu mir. Mir fiel es noch schwer dem ganzen 100% Glauben zu schenken, aber da wenigstens schon mal alle da waren und wir Zutaten für einen Kuchen zur Kirche gebracht haben, da dort ein Ofen ist, standen die Chancen echt gut. (Spoiler: Sonntags war tatsächlich die Feier!)

Der Sonntag war dann da… Die Kirche morgens um sieben ließ ich (nicht ganz so schweren Herzens) ausfallen, da ich in der Nacht gar nicht schlafen konnte und wartete im Bett auf die Rückkehr von Tamali (so heißt meine Gastmama) und Glory. An Weiterschlafen war leider nicht zu denken, da Soma und Abdul die Musik so laut gedreht haben, dass ich mich nur noch ein wenig unter der Decke verkrochen hab. Nach zwei Stunden (so lange dauert hier die Kirche 😀 ) kamen Glory und meine Mama zurück und hatten tatsächlich schonmal Reis und Kartoffeln mit. Also ging es wirklich los! Mir wurde gesagt, dass wir jetzt heute vormittag zusammen das Essen vorbereiten und abends die große Feier ist. Gesagt, getan. Um 11 saß ich zusammen mit einer Verwandten (?!) draußen und wir haben Mengen an Kartoffeln geschält. Es war lustig, auch wenn wir uns kaum unterhalten konnten… Ich konnte meine fünf Swahili Sätze sagen und das wars dann auch. Dass Lachen nunmal keine Sprache braucht, rettet mich hier täglich! 🙂 Weiter gings mit Zwiebeln, Paprika, Gurke, Kraut… Und dann war soweit auch schon alle geschnibbelt. Es gesellten sich noch zwei weitere Frauen zu uns, ein provisorischer Herd wurde schnell noch für den Reis gebaut (Den man erst picken muss, da hier noch Steinchen drin sind. Und glaubt mir, nichts ist schlimmer als auf nen Stein im Reis zu beißen! :D) und langsam aber sicher Tat sich was. Meine Mama und Glory sind noch diverse Male Erledigungen machen gegangen und als dann Teppich und Tisch aus meinem Zimmer in die Einfahrt gelegt wurden und ich noch eine Luftballongirlande bastelte dachte ich, dass es dann bald losgeht. Um fünf Uhr sollte dieses „bald“ laut Tamali sein.. ab drei kamen verstreut dann ein paar Kinder und später noch ein paar Mütter mit kleinen Babys. Tamalis Mutter trudelte auch bald ein und somit waren wir eigentlich komplett. Ich fühlte mich überall ein bisschen fehl am Platz… Im Wohnzimmer/Flur haben alle weitestgehend schweigend meinen Lieblingssender (siehe letzter Beitrag) geschaut, in der Küche saßen noch die zwei Verwandten und haben dem Essen beim Kochen zugeschaut, Glory ist hin und her gelaufen und meine Gastmama machte sich um kurz vor fünf dann erstmal auf den Weg in die Kirche(!?). Also saß ich da… Hab gewartet und mich gewundert 😀 Um kurz vor sechs, es wurde langsam dämmrig und kühler, kam meine Gastmama zurück und es wurde unruhiger… Glory und Abduli verschwanden nochmal im Zimmer, ich wurde als Fotograf des Abends erklärt und musste zig Fotos vom Essen und den Leuten machen und als Glorys Zimmertür aufging war ich mir sicher, dass es dann jetzt endlich los ging. Vor mir standen in passenden Gewändern das Geburtstagskind mit seiner stolzen Mama. Noch schnell drei Fotos und Abduli wurde in die Einfahrt gesetzt, alle Kinder auf die Stühle vor ihn.

So warteten wir dort bestimmt 20 Minuten, bis dann doch entschieden wurde, er muss mit seiner Mama einlaufen.Also Abduli wieder ins Haus, Kinder wieder alle auf die Stühle drapiert 😀 Endlich fing Mama Tamali an, ein Lied zu singen und alle stimmten ein. Abduli kam mit Glory eingelaufen und er nahm wieder Platz.

 Ein „Happy Birthday“ später sprachen alle von dem Kuchen vor Abdul. Ah Mist… Der muss doch scheinbar auch extra rausgetragen werden. Also auch hier wieder auf Anfang.. der Kuchen wieder zurück ins Haus, drei Kinder geschnappt, die ihn dann zu einem Speziellen ich nenne es mal „Kuchenlied“ raustragen und wieder vor ihn stellen. Dann ging das große Füttern los. Mit einem Zahnstocher wurde erst Abduli von seiner Mama und dann die Gäste von Abduli gefüttert (auch ich hab ein Stück bekommen). Dann hat Abduli noch ein paar Geschenke bekommen (üblicherweise Kekse und ein wenig Geld) und die Erwachsenen sind dann alle ins Haus gegangen zum Essen.

 Eine halbe Stunde später war alles vorbei.. Der Kuchen wurde unter ein paar Leuten aufgeteilt, die ihn dann mitgenommen haben und die Kinder draußen sind auch bald heim. Anderthalb Stunden hat also die tatsächliche „Feier“ gedauert, ich war ein wenig verdutzt und bin mal gespannt wie es bei Glorys Geburtstag oder so ist ..:) Alles in allem war es ein Tag an dem ich viele kennenlernen konnte, aber so Geburtstagsstimmung kam irgendwie (jedenfalls bei mir) nicht so richtig auf, da alles so ein gestresstes hin und her war. Ich hoffe jedoch Abduli hatte nicht diesen Eindruck und konnte seine Feier genießen! Heute morgen kam er mir schon mit seinem kleinen roten Auto, was ich ihm geschenkt habe, entgegengerannt. Ich freu mich, dass es ihm gefällt 🙂

Nicht von den „glücklichen Gesichtern“ irritieren lassen 😀 Sobald hier ein gestelltes Foto gemacht wird, haben viele die Angewohnheit ein Pokerface aufzusetzen. Fragt mich nicht warum…

Und weil es grade so passend ist: Happy Birthday liebe Anne! Ich winke virtuell mal runter zu dir. 🙂 Und ich wünsche dir, dass dein Tag heute nicht so kompliziert wird und du ihn mit nem großen Stück Kuchen genießt! 😀 🎂

Sowas wie Alltag

Unter der Woche klingelt mein Wecker morgens um 6:00 Uhr. 06:15 Uhr (ein Hoch auf die Snooze-Funktion) schaffe ich es dann auch endlich mal mich aufzuraffen und unter der warmen Bettdecke rauszukriechen 😀 Ich mach mich schnell (nicht nur schnell, weil ich zu spät dran bin, sondern auch einfach weil es mega kalt ist) fertig und meistens hat mir meine Gastmama dann schon Frühstück gemacht. Ich packe meine drei Sachen und mach mich so um 10 vor 7 auf den Weg. Die Straße von Kwekibaa entlang, durch Mbeilei (inklusive gefühlten 20 Bodaboda-Fahrern, die mich ansprechen und jeden Tag aufs neue Fragen ob ich nicht doch zur Schule gefahren werden will) und dann zieht sich (laut Schild) ein 2,15km langer Weg hoch zur Schule. Es ist zwar anstrengend wird aber jeden Morgen leichter und die Aussicht ist echt super schön!

Mbelei

Positiver  Nebeneffekt: ich beweg mich bei dem ganzen Öl was ich hier zu mir nehme mal und bilde mir ein, dass es ja dann gar nicht soo schlimm ist 😀 Etwa um halb 8 kann man mich das letzte steile Stück des Weges runterstolpern sehen und schon bin ich da. Im Lehrerzimmer sitze ich in der Ecke auf so einem „Sofa“ und dort warte ich dann erstmal bis der Rest eintrudelt, wünsche diversen Schülern einen guten Morgen und unterhalte mich mit den Lehrern, die schon da sind oder erfreue mich an dem guten Internet hier. Zuhause reicht es leider nur für WhatsApp 🙁 Bis 8 Uhr wird die Schule noch von den Schülern sauber gemacht und das Assembly findet statt. Dann geht (langsam aber sicher) auch mal der Unterricht los… Ich habe die Form I in Biologie, das sind drei Klassen à 50-60 Schüler. Alle drei habe ich getrennt in der Woche zwei Mal für je eine Doppelstunde. Über den Unterricht und meine Arbeit in der Schule schreibe ich aber demnächst nochmal was ausführlich, wenn ich ein bisschen länger da bin 😉 In der Zeit, in welcher ich keinen Unterricht habe, sitze ich meistens auf meinem Platz und unterhalte mich mit den Lehrern oder Laufe ein bisschen rum und schau mir die Schule an. Bis auf Donnerstag, wo ich nach der Break (es gibt nur eine große Pause) Unterricht habe, gehe ich nach der Break irgendwann heim.

Auf  dem Weg liegt auch das Jugendzentrum, wo meine Gastschwester die Bibliothek leitet… Entweder sammel ich sie dort ein und wir gehen zusammen heim oder ich mache mich allein auf den Weg. Zuhause bereiten wir meist zusammen das Mittagessen vor und danach hab ich ein bisschen Zeit… Ab dieser Woche geht es auch im Jugendzentrum los! Am Montag habe ich mit ein paar Kindern das Plakat gemalt und wir testen jetzt mal wie es so läuft… Geplant ist Montag und Donnerstag ein kleiner Englisch Kurs und Mittwochs Spiele. Wird sich die nächsten Wochen zeigen ob das ankommt und sonst habe ich ja auch noch ein ganzes Jahr Zeit, Sachen anders zu machen… Da ich die einzige bin, die etwas in dem Jugendzentrum macht, bin ich da echt ganz frei. (Auch hierüber erst demnächst genaueres 🙂 )

 Sonst verbringe ich meine Nachmittage, indem ich mit Abdul Spiele, Sachen vorbereite, wir Nachbarn besuchen oder ich mit mit Glory irgendwas besorgen gehe. Da die Essensvorbereitung hier echt eine große Sache ist, wird meist um 18 Uhr schon langsam angefangen zu kochen. Meist bin ich die ganze Zeit mit in der Küche, mir macht es Spaß mitzuhelfen oder mich einfach ein bisschen zu unterhalten… So Versuche ich auch meine Swahili Kenntnisse ein bisschen zu erweitern. Relativ spät, so um 20 Uhr / 20:30 Uhr gibt essen.. da muss ich mich echt noch ein wenig dran gewöhnen. Glory und meine Gastmama machen jeden Abend noch Mandazi und so Teile, von denen ich grade den Namen vergessen hab 😀 Das eine ist süß und das andere herzhaft und (oh Wunder!) natürlich sind beide frittiert 😀 Sie verkaufen sie jeden Morgen an die Nachbarn und ein paar behalten wir selbst. Nach dem Essen bleibe ich meistens noch ein bisschen mit Abdul und wer immer noch mit mir isst sitzen und wir schauen den schrecklichsten Sender, den ich kenne. Sinema Zetu… 100% Bongo Movies. Ich muss echt immer meditieren wenn der läuft (und das tut er so ziemlich den ganzen Tag), sodass ich nicht zum Fernseher gehe und ihn ausmache 😀 Bongo Movies sind Filme bzw Serien, die nur hier in der Gegend gedreht wurden… Meiner Meinung nach schlimmer als Rote Rose, GZSZ und Sturm der Liebe zusammen 😀 Aber die Leute hier scheinen sie echt alle zu mögen. Meine Hoffnung, dass ich sie besser finden werde, wenn ich dann mal Swahili kann, ist immernoch da. Am Ende vom Tag bin ich wirklich müde und mach mich (für meine Verhältnisse aus Deutschland) echt früh auf den Weg ins Bett. Ich schau mir noch eine Folge von irgendeiner Serie an und spätestens um halb 11 mach ich das Licht aus… 🙂 Das Wochenende läuft ein wenig anders ab. Ich schlaf länger (oder so lange wie es mir möglich ist bei der Lautstärke vor meinem Fenster 😀 ) und stehe so um 8/ halb 9 auf, Frühstücke und dann stehen immer mal wieder verschiedene Sachen an (ich bin ja auch erst seit zwei Wochen da). Letztes Wochenende waren meine Gastmama und ich auf dem Markt in Mombo, es wurde Wäsche gewaschen, wir haben Leute besucht, waren Sonntag in der Kirche (2 1/2 Stunden und das einzige Wort, was ich verstanden habe, war Mungu:Gott) und Abends auf so einer Feier (irgendein ehemaliger Schüler hatte eingeladen, da er irgendwie ein Amt in der Kirche übernimmt oder so?! Hab es nicht ganz verstanden 😀 ).

Abdul, Glory und meine Gastmama Tamali

Am Freitag geht es für mich über das Wochenende zu Theresia und ihrer Familie nach Tanga 🙂 Ich freu mich drauf, meine Sweatshirtjacke mal im Schrank zu lassen! Ahhh apropos Schrank, mein Zimmer ist auch endlich fertig und ich fühl mich jetzt nach ein bisschen umstellen, endlich nicht mehr aus dem Koffer Leben zu müssen und ein paar Bildern an der Wand auch echt wohl! 🙂
Und weil ich gefragt wurde, wie es bei mir so aussieht… Hier ein paar Fotos.

Der Eingangsbereich
Die Küche
Dusche und Toilette

Willkommen im Team Lushoto…

…das war die erste Nachicht, die ich von Lynn bekommen habe, nachdem wir uns endlich entschieden hatten wer wohin geht. Seit letzter Woche Mittwoch bin ich jetzt hier in Lushoto und möchte meinen von ersten kleinen Eindruck von der Gegend gern berichten. 

Nach einer abenteuerlichen Fahrt mit den Coaster (ein kleiner Bus) nach Soni, einhergehend mit sehr engem Kuscheln mit dem Sitzpartner und dem Erstaunen über die Quetschfähigkeiten der Buscrew (es wurde nicht losgefahren bis alle Viererreihen mit fünf Leuten bestückt waren 😀 ) wurden wir nach etwa 3 Stunden Fahrt von David, unserem Projektpartner, in Soni abgeholt.

Ankunft in Soni

Erster Eindruck: Wunderschöne Landschaft aber warte ich hol mir kurz meinen Schal und die Jacke raus… Ja, es ist richtig kalt! (Dicke Leggins und weitere Jacke sind schon auf dem Weg 😉 ) David brachte uns erstmal zu seiner Mutter nach Misalai, dort wo meine Vorfreiwillige ein Jahr gewohnt hat. Zwei Nächte haben wir bei ihr zusammen geschlafen und Tagsüber sind wir das Workcamp (auch von Kolping eine Gruppe, die 3 Wochen hier gewohnt und Steine für ein Ausbildungszentrum hergestellt hat) „besuchen“ gegangen 😀 Besuch hieß hier, dass wir einfach mit ihnen Steine schleppen mussten…

Das erste mal Ugali, ein Maisbrei… Entweder gibt es das oder Reis zum essen (mit Ausnahmen natürlich 😀 )

Steine zum Brennofen gestapelt – Heimantsgefühle kamen auf, denn danach sah man aus, als hätte man sich ne Stunde im Roten Hang gewälzt 😀

David hatte es scheinbar nicht so eilig mir meine neue Gastfamilie, das Jugendzentrum oder die Schule zu zeigen. Nach ein wenig warten und fragen sind wir dann Freitags doch zu der Schule gegangen haben kurz mit dem Direktor gesprochen und der letzte Stand von ihm war: Ohne Workpermit, keine Arbeit. Aber ich sollte doch trotzdem am Montag nochmal vorbei kommen… Am selben Tag wurde ich dann auch meiner Gastfamilie vorgestellt und ich zog kurzfristig abends schon hin. Ich wohne jetzt offiziell in Kwekibaa, eine Hausnummer oder ähnliches gibt es nicht… Falls jemand mal vorbei kommt: einfach die Einfahrt auf der Straße zwischen Mbelei und Kwekibaa hochgehen, das Haus auf der linken Seite suchen und findet man mich 😉 Ich war echt froh, dass Theresia in der ersten Nacht noch mit dabei war um sich so ein bisschen zurecht zu finden und nicht alleine Fragen zu müssen mit welchem Wasser und wo ich jetzt Zähne putzen kann 😀 Küche, Dusche und Klo sind nämlich draußen in extra Häuschen und fließend Wasser gibt es keins. Aber kurz zu meiner Gastfamilie… Das sind Glory (meine Gastschwester so etwa 20?), ihre Mutter, Glorys Sohn Abdul (nächsten Monat 3 Jahre alt), Soma (wenn ich es richtig verstanden habe, der Sohn von Glorys Bruder?), Nelson (der Sohn von einem Bruder meiner Gastmama) und städige wechselnde Besucher 🙂 Ich fühle mich wirklich wohl bei ihnen und auch wenn echt alles neu ist, versuchen alle zusammen ein gutes Einlebenzu gestalten.

Theresia, Abdul und ich
Vorne links ist mein Zimmer

Einen richtigen Alltag habe ich noch nicht… Seit Montag gehe ich jetzt in die Schule (auch ohne Workpermit, scheinbar geht es trotzdem) und gestern habe ich das erste Mal das Jugendzentrum von innen gesehen. Sonst spiele ich Nachmittags mit Abdul, gehe mit Glory einkaufen oder bin mit beim Essen machen dabei.

Unsere Kochstelle (Heißgeliebter Aufenthaltsort von mir… Das ists immer war 🙂 )
Darf ich vorstellen, Trude. Das Hühnchen versteht sich leider nicht mit den anderen im Stall also lebt es meist in der Küche wo es schön warm ist. …danke Darleen als Namensgeber 😀

Zu der Schule werde ich demnächst was schreiben, wenn ich mich ein bisschen eingelebt habe… Und ganz sicher kommt auch bald was zum Essen hier. Bis dann! 🙂